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Spezialinterview Wirtschaft: Dr. Daniel C. Heine

Dr. Daniel C. Heine (c) Daniel Heine Dr. Daniel C. Heine, geboren 1967, ist Managing Director der Patrimonium AG mit Sitz in Zug, einem unabhängigen Schweizer Asset Management-Unternehmen alternativer Anlageklassen, das er im Jahr 2006 mitbegründet hat. Dr. Heine studierte Betriebswissenschaften an der Universität St. Gallen (HSG) und Theologie an der Universität Oxford (Master of Arts) und doziert auch nebenamtlich für das MBA-Programm an der HSG, mit Schwergewicht Entrepreneurship und Corporate Finance. Der promovierte Betriebswissenschaftler setzt sich seit vielen Jahren mit der Investition von Geldern und den Finanzmärkten auseinander. Im Interview mit Christian Dueblin spricht Dr. Heine über die Schnittstellen zwischen Theologie und Wirtschaft, sein Verständnis von Geld und Glück, zeigt auf, was es für gute Investments braucht und schildert seine Interpretation der Gründe für die Wirtschaftskrise. Ein guter Business Plan allein mache zudem noch kein erfolgreiches Unternehmen aus. Es brauche vor allem Durchhaltewille, Risiko- und auch Leidensbereitschaft, um auf dem Markt erfolgreich sein zu können.

Christian Dueblin: Sehr geehrter Herr Dr. Heine, Sie haben an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaft studiert und anschliessend ein Theologiestudium an der Universität Oxford absolviert. Was verbindet für Sie persönlich die Welt des Geldes und der Theologie und wo hilft Ihnen die Theologie im täglichen Geschäft, bei dem es um grosse Mengen Geld geht, die investiert und angelegt werden?

Dr. Daniel C. Heine: Diese Frage wird mir oft gestellt. Natürlich hat beides viel mit Glauben zu tun (lacht). Geld ist ein Wertäquivalent. Es ist weder gut noch böse und für mich ein neutrales Tausch- bzw. Wertaufbewahrungsmittel. Von daher würde ich mir erlauben, Ihre Frage leicht zu konkretisieren und zu fragen, ob sich der „Glaube an Gott“ mit dem Glauben an den „Mammon“, d.h. dem ausschliesslichen und rücksichtslosen Streben nach Reichtum, verbinden lässt. Meine Antwort hierzu ist ein eindeutiges Nein. Ich sehe hier keine Verbindung. Ich denke, das Streben nach Reichtum als Selbstzweck wird denjenigen, die ausschliesslich dem Mammon nachjagen auch schlussendlich langweilig. Anders kann ich mir nicht erklären, warum es so viele unglückliche Millionäre gibt (lacht). Natürlich hat Geld auch eine ambivalente Natur, dabei unterscheidet es sich aber nicht von vielen anderen Dingen des täglichen Gebrauchs.

Warum haben Sie sich nach St. Gallen für ein Studium der Theologie entschieden - ein doch etwas aussergewöhnlicher Studienentscheid?

Das Betriebswissenschaftsstudium an der HSG war für mich sehr interessant aber auch ein bisschen desillusionierend. Für mich war es weder eine Wissenschaft noch eine Profession. Mir fiel etwa auf, dass viele Menschen Betriebswissenschaft studierten, aber keinen Buchungssatz bilden können, ein Kerninstrument der Wirtschaft. Viele Absolventen, die von einer Universität auf den Arbeitsmarkt kommen, haben noch nie eine Sitzung geleitet und sie wissen nicht, was „Verkaufen“ bedeutet, eines der zentralsten Elemente unserer Wirtschaft. Wenn niemand etwas verkauft - das können Fonds oder auch Staubsauger sein - findet kein Handel und keine Wirtschaft statt. Ich habe nach meinem Studium der Betriebswissenschaften Theologie in Oxford studiert, weil mich der wissenschaftliche Weg und das logische Denken sehr reizten. Das Studium in England ist sehr wissenschaftlich. Die Theologie als persönlicher Glaube steht dabei eher im Hintergrund. Auch die Kirche als Institution wird nur wenig behandelt. Ich hatte also keinen Kontakt mit dem Vatikan (lacht). Die Dogmatik spielt jedoch eine grosse Rolle und man setzt sich im Studium - das ist der typische englische Ansatz - vor allem mit der Geschichte und mit wissenschaftlich theologischen Fragen, beispielsweise mit der Auslegung von Texten und mit dem Leben und den Meinungen von Kirchenvätern, auseinander. Es sind alle Konfessionen in einem Studiengang anzutreffen, also Orthodoxe, Katholiken, Protestanten etc. Nach dem Studium in Oxford konnte ich das Wissen meiner Studien in einer Dissertation vereinigen. Es geht in dieser Arbeit im Prinzip um Wissenschaftstheorie.

Wo sehen Sie persönlich beim täglichen Geschäften mit Geld den Konnex zwischen Geld und Glück?

(Lacht) Geld ist wie gesagt ein Tauschmittel. Es ist ambivalent, wie fast jeder Gebrauchsgegenstand. Nehmen Sie ein Küchenmesser: Man kann es zum Gemüserüsten verwenden. Man kann es aber auch gebrauchen, um jemanden zu bedrohen oder zu verletzen. Beim Geld verhält es sich ganz ähnlich. Es steht mit in der gleichen Reihe wie Alkohol-, Spiel und „Mammonsucht“. Spielsüchtig oder Alkoholiker werden, ist, wie es unsere Welt zeigt, verführerisch, aber auch etwas töricht. So steht es auch im Umgang mit Geld. Jemand, der viel Geld hat, wird, vor allem durch die Berichtserstattung in den Medien, oft auch als erfolgreich dargestellt. Darum spielt dieser Massstab von Geld auch eine so grosse Rolle in unserer Gesellschaft. Ich will nun aber nicht so klingen, als ob das Geld im Leben nichts bedeuten würde. Im Gegenteil, ich habe sehr grosse Sympathie für alle Menschen, die jeden Tag hart arbeiten und kämpfen, um Geld zu verdienen und um überleben zu können. Viele Menschen gehen in den Supermarkt und müssen sich fragen, ob sie Fleisch kaufen können oder nicht, weil das Geld knapp ist, oder sie haben gar kein Geld, um überhaupt etwas kaufen zu können. Für diese Menschen hat Geld eine enorme Bedeutung, aber dennoch ist es nur die Versinnbildlichung für Wohlstand und Luxus. Geld an sich ist und bleibt wertneutral, ansonsten würden wir dafür ja auch kein Papier verwenden.

Als Managing Director der Patrimonium AG investieren Sie Geld von Investoren vor allem in alternative Anlagenklassen und haben sich in den letzten Monaten mehr als andere Menschen mit den Kapitalmärkten und Risiken und Chancen in der Wirtschaft auseinandergesetzt. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an die letzten - doch etwas turbulenten - Vorkommnissen in der Wirtschaft denken und nach diesen Geschehnissen dozieren?

Traurigkeit im wörtlichen Sinne. Allerdings keine Traurigkeit um das verlorene „Geld“. Es ist sehr traurig zu sehen, auf welche Art dieses Geld verloren ging und wie heute mit diesem Problem umgegangen wird. Was mir bei diesem Thema vorwiegend durch den Kopf geht, sind die Opfer – ich denke es ist richtig, hier das Wort „Opfer“ zu verwenden. Es sind im Endeffekt die Steuerzahler und Kleinanleger, die in die Tasche greifen müssen. Es macht mich auch traurig, wenn ich sehe, wie hilflos und wenig kompetent die Politik auf der ganzen Welt mit diesen Themen umgeht. Mir tun vor allem all die einfachen Pensionäre, Steuerzahler und jungen Menschen leid, die heute und in Zukunft die Suppe auslöffeln müssen. Ich verstehe nicht, warum die Politik, der Bürger, der Investor und der Aktionär nicht erkennen, oder nicht erkennen wollen, dass Risiko und Return die zwei Seiten ein und derselben Medaille sind. Nehme ich das Risiko der Akteure weg, muss man sich nicht wundern, wenn die Balance ausser Kraft gesetzt wird und das Pendel, wie wir gesehen haben, massiv in eine, und eben in die falsche, Richtung ausschlägt. Risiko und Rendite gehören zusammen, das ist ein und dieselbe Medaille.

Wo sehen Sie persönlich denn das grundsätzliche Problem, das zur Krise geführt hat?

Es war Akteuren des Finanzsystems möglich, risikolos Geld zu verdienen. Darin sehe ich das grösste Problem, das schliesslich auch zu vielen Verlusten und Unglück geführt hat. Ich spreche nicht von einzelnen. Alle, die bei Banken, Rating Agenturen, Brokern etc. risikolos Geld verdienen konnten, haben das Problem mitverursacht. Man kann das diesen Personen auch nicht einfach so vorwerfen, denn das System hat ihnen die Möglichkeit dazu gegeben – sie geradezu angespornt. Hätte ich diese Möglichkeit gehabt, hätte ich diese „Chance“ wahrscheinlich auch ergriffen. Wenn ich heute jedoch als Angestellter mehrere Millionen verdienen kann und dem kein gleichgewichtiges Risiko gegenübersteht, dann ist das Tor speerangelweit auf, eben auch Unsinniges zu tun. Ich habe keine Mühe damit, dass jemand Millionen verdient. Es muss diesem Verdienst aber auch ein gleichwertiges Risiko gegenüberstehen. Unternehmer und Firmeneigentümer müssen dieses Risiko tragen und sie handeln in der Regel dementsprechend nachhaltig, denn sie wissen, was passieren kann, wenn man Unsinniges tut. Nun gab es aber tausende von Mitarbeitenden von Banken und ähnlichen Unternehmungen, die risikolos agieren konnten. Ich kann Ihnen das an einem Beispiel verdeutlichen: Der Tennisstar Roger Federer hat einen „Superstarvertrag“, um einen Ausdruck von Professor Ernst Mohr zu verwenden, dem ehemaligen Rektor der Universität St. Gallen. Er verdient heute viel Geld, weil er eine Risikoprämie einziehen kann. Viele andere Tennisspieler haben es nicht an die Spitze gebracht. Er aber war erfolgreich und verdient nun, was andere nicht verdienen können. Er hat zusammen mit seiner Familie schon sehr früh den Entscheid getroffen, Risiken einzugehen und alles zu tun und sein Bestes zu geben, um im Tennis erfolgreich zu werden. Das Risiko des Scheiterns war enorm. Weil es enorm war, verdient er heute auch enorm. Dies gilt natürlich auch für jeden Unternehmer, der bei jeder Entscheidung sein eigenes Unternehmen riskiert. Dann gibt es aber auch viele Menschen mit einem „Beamtenvertrag“ - das genaue Gegenteil, von dem was Roger Federer oder ein Unternehmer hat. Wenn nun ein „Beamter“ plötzlich Risiken eingehen kann, die nicht mit einem Verlust verbunden sind, wenn er schlecht arbeitet, dann führt das gezwungenermassen zu Unglück, so wie wir es in den letzten Monaten erlebt haben. Wenn ich die Konsequenzen meines Handelns nicht tragen muss, dann macht man einfach dumme Sachen.

Die letzten Monate haben gezeigt, dass Vieles möglich ist und Veränderungen sehr schnell und unerwartet passieren können; ich denke nicht zuletzt auch an viele arabische Länder, die zurzeit im Umbruch sind und niemand genau voraussehen kann, was noch passieren wird und ob nicht andere Regionen dieser Welt plötzlich ebenfalls von Unruhen ergriffen werden. Wie wirken sich solche Vorkommnisse auf Investments in der Wirtschaft aus?

Ich bin erstaunt, wie überrascht wir über diese Veränderungen alle sind. Wir wissen anscheinend doch sehr wenig über diese Länder. Ich bin überhaupt kein Experte auf diesem Gebiet, aber für mich scheint diese Veränderung eine der grössten politischen Veränderungen der letzten 15 Jahre zu sein. Wirtschaftlich sehe ich heute darin keine grösseren Gefahren. Ich würde mir Sorgen machen, wenn diese Veränderungen auf Asien übergreifen. Dies würde wirtschaftlich mit Sicherheit sehr grosse negative Auswirkungen auf die ganze Weltwirtschaft nach sich ziehen.

Erkennen Sie als Dozent an einer Hochschule und Manager, der sich täglich mit der Wirtschaft auseinandersetzt, aufgrund der jüngsten Vorkommnisse in der Wirtschaft Veränderungen in der Denkweise von Investoren? Wenn ja, wie würden Sie dieses Umdenken beschreiben und was hat das Ihres Erachtens für Auswirkungen auf die Wirtschaft und Investments ganz generell?

Ich denke, beginnend mit Griechenland bzw. der EURO Krise, im Allgemeinen hat das alles die Investoren nachhaltig schockiert und verunsichert. Die Probleme sind aus meiner Sicht bei Weitem nicht gelöst oder ausgestanden. Sie wurden nur „vertagt“. Irgendwann wird man sich dieser Problematik stellen und viele Investoren werden erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Ich kann nicht erkennen, dass Investoren ihr Verhalten langfristig ändern. Übertreibungen und Spekulationsblasen gab es schon immer. Denken Sie an die Tulpen-Blase in Holland im 17. Jahrhundert, die Mississippi Krise im 18. Jahrhundert, die erste Weltwirtschaftskrise im 19. Jahrhundert, die grosse Depression am Ende der „goldenen Zwanzigerjahre“, die Asienkrise, vor allem in Japan, Anfang der 1990er Jahre, die Internet Bubble und schliesslich an die aktuelle Krise, nennen wir sie mal die Finanzmarktkrise, aus der dann heute die EURO-Krise geworden ist. Man könnte aus meiner Sicht allerdings genauso von einer Dollar-Krise sprechen. Die USA sind ebenfalls hoch verschuldet und am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Lange Rede kurzer Sinn, die Investoren, und das ist wohl menschlich, lernen nur bedingt aus der Vergangenheit. Auffallend ist, dass die Zyklen schneller werden. Wenn dem so ist, darf man hoffen, dass aufgrund der rascheren Zyklen auch die Erinnerung an frühere Krisen bleibt und sich damit die Märkte weiter rational, d.h. effizienter, gestalten und die Übertreibungen abnehmen.

Die Patrimonium AG widmet sich als Vermögensverwalterin alternativen Anlageklassen. Für was steht das „alternative“ und was sind die grundsätzlichen Unterschiede zu anderen gängigen Investments?


Der Begriff „alternative Anlageklassen“ wird industrieweit als Standardbegriff für Investitionen in illiquide und eher ineffiziente Anlagekategorien, wie beispielsweise Immobilien, Private Equity, Private Debt oder Hedge Funds verwendet. „Alternativ“ heisst alternativ zu den Standardanlageklassen, wie beispielsweise Aktien oder Obligationen. Der Begriff „alternativ“ hat in der Finanzindustrie gar nichts mit „ökologisch“ zu tun. Für den deutschen Sprachraum ist das immer etwas verwirrend. Unsere Aufgabe ist beispielsweise die Verwaltung von Immobilien-Fonds für Anleger. In der Regel sind das Pensionskassen, die bei uns ihr Geld anlegen.

Was erwarten Investoren, wenn Sie in alternative Anlagen investieren wollen und warum wollen sie in alternative Anlagen investieren?

Alpha! Da, wie eben gesagt, alternative Anlageklassen normalerweise Investitionen in wenig liquide und ineffiziente Märkte betreffen, erwarten Investoren, dass der verantwortliche Manager in der Lage ist, diese Illiquidität oder Ineffizienz auszunutzen und entsprechende Überrenditen zu erzielen, um das Weniger an Liquidität und das Weniger an Effizienz zu kompensieren. Diese Fähigkeit des Managers, sich in solchen Märkten zurechtzufinden und durch seine Leistung Mehrwert zu erzielen, wird als „Alpha“ bezeichnet. Wenn Sie im Vergleich dazu einfach ein passives Investment in einen liquiden Markt nehmen, beispielsweise in einen Indextracker oder Exchange Traded Funds kaufen, dann erwirtschaften sie das im Markt entstehende Beta. Das heisst, der Manager muss nicht aktiv Entscheidungen treffen, sondern erwirbt „passiv“ die Rendite des entsprechenden Marktes. Ausserdem bieten alternative Anlageklassen eine Diversifikation zu den grossen Anlageklassen wie Aktien und Obligationen und verfügen zum Teil über Eigenschaften wie eine tiefe Korrelation zu Aktien oder Obligationen, was sich dementsprechend positiv auf ein Gesamtportfolio auswirken kann.

Was sind für Sie persönlich die wichtigsten Gründe, an ein Unternehmen zu glauben und Geld zu investieren, und was sind „Killer“, dies nicht zu tun?

Wir investieren vorwiegend Geld von Pensionskassen und Versicherungen, Geld, das irgendwann für Menschen in der Zukunft zur Verfügung stehen soll, was ein hohes Verantwortungsbewusstsein erfordert. Darum arbeiten wir bei Investitionen mit sehr hohen Anspruchsmassstäben und sind sehr selektiv. Wir haben unsere Zielunternehmen, d.h. Zielinvestitionen, klar definiert und auf dieser Basis vertrauen uns die Investoren Geld an. Je spezifischer wir erklären können, für was wir das Geld einsetzen, desto eher ist ein Investor auch bereit, Geld zu investieren. Der Auswahlprozess ist anfänglich sehr formal. Wir fordern Jahresabschlüsse von den Unternehmen, die wir analysieren. Erfüllt das Unternehmen gewisse Auswahlkriterien, dann ziehen wir Unternehmensratings hinzu. Dabei geht es um die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens. Wir fordern Informationen an und erst wenn das Unternehmen alle diese Hürden nimmt, kommt es zu einer umfassenden Due Diligence-Prüfung des Unternehmens vor Ort, wo das Unternehmen und das Management nochmals „auf Herz und Nieren“ untersucht wird.

Viele Start ups tun sich mit der Beschaffung von Kapital sehr schwer. Was sind Ihrer Erfahrung nach und bei der Auseinandersetzung mit Studenten die wesentlichsten Gründe, dass Jungunternehmen scheitern oder erfolgreich sind? Was für Ratschläge können Sie Jungunternehmern in Bezug auf die Beschaffung von Geld erteilen?

Ich unterrichte auch zum Thema „Business Plannig“ und ich streite nicht ab, dass ein Business Plan wichtig ist. Ich würde jedem Menschen, der unternehmerisch tätig sein will, empfehlen, einen Business Plan auszuarbeiten. Wie dieser ausgestaltet werden soll, ist eine andere Frage, aber die Auseinandersetzung, wie und wo man etwas tun möchte, findet beim Schreiben eines Business Planes statt. Ich stelle aber in der Realität fest, dass die Korrelation zwischen einem gut ausgearbeiteten Business Plan und einer erfolgreichen Unternehmensgründung nur sehr bedingt gegeben ist. Dieses Dokument gibt einem Investor eine gewisse Sicherheit und hat die Bedeutung eines „Wohlfühlfaktors“. Es zeigt, dass sich jemand mit einer Idee auseinandergesetzt hat. Der schlussendliche Erfolg eines Unternehmens ist aber vielmehr ein Execution-Problem. Wer eine Idee umsetzen kann, wird erfolgreich sein - mit oder ohne Business Plan. Wer diese Execution-Voraussetzungen nicht mit sich bringt, kann diesen Mangel auch mit dem besten Business Plan nicht Wett machen. Es geht also um das „Machen“. Ich kann auf ein Blatt schreiben, dass ich studieren will. Das heisst aber noch lange nicht, dass man ein Studium erfolgreich durchsteht.

Auch in Bezug auf Ideen, von denen man oft hört, dass sie sehr gut und visionär sein müssten, sehe ich in der Realität die Tatsache, dass man jede Idee umsetzen kann, selbst in ganz gesättigten Märkten. Es kommt einfach darauf an, ob jemand den Willen und die Kraft hat, etwas durchzusetzen und durchzustehen. Mir fällt aber auch auf, und das halte ich für sehr wichtig, dass die besten Unternehmer oft nicht Menschen sind, die eine Matura gemacht und studiert haben. Oft hat man mit dem Entscheid, eine Matura oder ein Studium in Angriff zu nehmen, schon die „Sicherheitsschiene“ - um an vorher anzuknüpfen und ohne abfällig sein zu wollen, die „Beamtenschiene“ - und eben nicht die „Unternehmerschiene“, gewählt. Gerade Jungunternehmer müssen in erhöhtem Masse bereit sein, auch Risiken einzugehen. Viele sehr erfolgreiche Unternehmer sind deshalb Menschen, die gar nie studiert haben. Es braucht also die Risikobereitschaft, eine gewisse Leidensfähigkeit und das richtige Umfeld, um erfolgreich unternehmerisch tätig zu sein.

Sehr geehrter Herr Dr. Heine, ich bedanke mich herzlich für dieses Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und viel Erfolg bei Ihren beruflichen Tätigkeiten!


(C) 2011 by Christian Düblin. Alle Rechte vorbehalten. Anderweitige Publikationen sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors gestattet.

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Links
- Patrimonimum AG

- Dr Daniel C. Heine - Dozent an der HSG



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