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Rinalda Caduff im Gespräch mit Christian Düblin

Rinalda Caduff Do you feel like Fondue, Mr Schwarzenegger?

Christian Dueblin von Xecutives im Monatsinterview mit Rinalda Caduff, der
Bundesratsgegenkandidatin 2006 von Bundesrätin Doris Leuthard.

Ein politisch kabarettistisches Gespräch mit Rinalda alias Desirée, ihres Zeichens Schauspielerin, bekannt aus der TV-Sendung Café Bâle.

> Homepage von Rinalda Caduff

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Im Monatsinterview März unterhält sich Christian Dueblin mit Rinalda Caduff alias Desirée, bekannt u.a. aus der TV- Sendung Café Bâle. Frau Caduff berichtet über ihre Erfahrungen als Bundesratsgegenkandidatin 2006 von Frau Bundesrätin Doris Leuthard und ihre Beziehung zu Arnold Schwarzenegger...

Dueblin: Frau Caduff, darf ich Ihnen einen Witz erzählen?

Caduff: Ja, bitte.

Dueblin: Es ist ein Politikerwitz. Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Telefonhörer und einem Politiker?

Caduff: Nein, nein wirklich nicht.

Dueblin: Den Telefonhörer kann man aufhängen, wenn man falsch gewählt hat.

Caduff: Der ist kurz und prägnant, wirklich, den muss ich mir merken. (Lacht laut)

Dueblin: Frau Caduff, bin ich jetzt ein Kabarettist?

Caduff: Ja, also der Einstieg war schon mal ganz ordentlich. Wenn Sie diesen Spannungsbogen und das Niveau während eines ganzen Abends halten könnten, dann müssten Sie sich überlegen, den Job zu wechseln.

Dueblin: Sie waren Bundesratsgegenkandidatin von Frau Leuthard und haben einen Wahlkampf geführt. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Gab es auch kabarettistische Höhepunkte?

Caduff: Die gibt es auch ohne mich als Gegenkandidatin. Bestimmt habe ich Erfahrungen sammeln können, die mir auch als Inspiration dienlich sind. Das Projekt als Gegenkandidatin, im Zusammenhang mit der SF-Sitcomsendung Café Bale, war eine Herausforderung. Die Medien haben die Sache ernst genommen und spielten eine wichtige Rolle. Ich war in Bern an einer Pressekonferenz und habe vor den Medien meine Ziele aufgezeigt. Tatsächlich hatte ich während dieser Konferenz ein kleines erhabenes Bundesratsgefühl, das in mir aufblühen wollte.

Dueblin: Wie sind Sie mit der Niederlage klar gekommen?

Caduff: Mit Humor und Spass an der Sache an sich. Niederlagen gibt es nicht wirklich. Als Kabarettist und Schauspieler aber auch generell als Künstler muss man mit Niederlagen umgehen können. Schauen Sie einmal, wie schwer es heute für junge Menschen ist, sich einen Namen zu schaffen und als Künstler leben zu können. Gewürdigt wird die Arbeit erst dann, wenn man einmal bekannt und am Fernsehen, im Kino oder im Theater zu sehen ist. Es steckt unglaublich viel Fleiss und Ehrgeiz hinter den meisten Künstlerkarrieren. Bei den Politikern dürfte sich das ähnlich verhalten. Man muss enorm leidenschaftlich von einer Idee besessen, mit Herzblut dabei sein, um alles durchstehen zu können. Natürlich braucht es auch Ehrgeiz und Durchhaltewillen. Allem voran natürlich Spass an der Sache. Ich bin der Meinung, dass es sich auf alle Fälle lohnt.

Dueblin: Muss man als Schauspieler auch management-talentiert sein und wo stellen Sie Berührungspunkte zwischen Schauspielern und Managern fest?

Caduff: Auch hier gibt es beides. Künstler, die sich nicht verkaufen können, sind auf Manager angewiesen. Sie brauchen jemanden, der für sie verhandelt oder mit Geld umgehen kann. Wenn Sie sehen, was Theaterdirektoren alles für Künstler tun müssen, da braucht es Management-Wissen. Denken Sie mal an Herrn Perreira vom Zürcher Opernhaus. Er managt eine Oper mit hunderten von Künstlern. Da geht es um Führen, um Marketing und um Krisenmanagement. Diese Menschen müssen für die Schauspieler die Rahmenbedingungen schaffen, so dass diese ihrer Kunst nachgehen können. Das ist dasselbe wie in einem Unternehmen. Schauspieler denke ich, sind in der Regel wohl keine guten Manager. Sie sind an der Kunst interessiert und haben Spass an der Arbeit. Sich selber zu verkaufen, ist aber eine ganz andere Sache. Wir könnten wohl beide voneinander lernen. Deshalb habe ich auch schon mit dem Gedanken gespielt, irgendwann Kurse für Manager anzubieten.

Dueblin: Was würde ein Manager an so einem Kurs lernen?

Caduff: Ich würde vor allem darauf achten, dass der Körper mit den Aussagen übereinstimmt. Die Haltung eines Menschen ist sehr wichtig. Sie erinnern sich sicher an die Schule. Da konnte ein Lehrer noch so gescheite Dinge erzählen, wenn er nicht die Gabe besass, einen zu fesseln, sind die Gedanken sofort abgeschweift. Die Haltung und der Gesichtsausdruck, kurzum die Ausstrahlung, sind oft wichtiger als viele Worte. Am überzeugendsten wirkt eine Aussage, wenn alles übereinstimmt der Inhalt sowie die äussere Haltung! Als Schauspielerin hat man einen geschärften Blick für Ausdruck und Haltung.

Dueblin: Sie haben aufgrund Ihrer Arbeit als Schauspielerin viele Manager und Politiker kennen gelernt. Was haben diese bei Ihnen für einen Eindruck hinterlassen? Sehen Sie diese Menschen als Kabarettistin immer mit einer versteckten Clownnase?

Caduff: Der Reiz des Kabaretts macht ja nicht das ganz Offensichtliche aus, sondern es sind die kleinen Finessen, die es ausmachen. Diese kleinen Finessen kann man dehnen und aufblasen und erst dann werden sie, eben auf eine komische Weise, sichtbar. So kann man die Stimme eines Bundesrates oder gewisse Merkmale herausholen. Herr Cotti zum Beispiel, mit seinem italienischen Akzent bietet da schon einiges an Potential. Aber auch Bundesrat Blocher, der von Walter Andreas Müller sensationell überzeichnet wird. Solche Schauspieler kennen ihre, wenn man mal so sagen will, Opfer extrem gut und verfolgen jedes Augenzwinkern.

Dueblin: Gab es Menschen, bei denen Sie Potential fürs Kabarett erkannten? Wäre Herr Blocher oder Frau Leuthard ein guter Kabarettist respektive eine gute Kabarettistin geworden?

Caduff: Zweifelsohne gibt es Politiker, die gute Schauspieler sind. Das ist bestimmt eine optimale Grundvoraussetzung für eine Karriere. Als Schauspielerin habe ich natürlich das Glück, mich mit den Politikern während der Drehpause oder auch bei einem Mittagessen unterhalten zu können. Da entdeckt man schon hin und wieder Potential.

Dueblin: Sind die Schauspieler nicht auch eitel?

Caduff: Doch natürlich. Auch hier gibt es eine ganze Menge von eitlen Menschen. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele eitle Schauspielerinnen und Schauspieler es gibt. Schauen Sie nur nach Hollywood. Wenn nur ein Fünftel stimmt, was an Gerüchten unterwegs ist, dann ist das schon bedenklich. Das Publikum scheint aber doch bei Schauspielern und Künstlern generell höhere Massstäbe als bei Politikern anzusetzen.

Dueblin: Sie meinen, dass man als Schauspieler besser sein muss als ein Politiker, um bestehen zu können?

Caduff: Ich bin überzeugt, dass es viele sehr gute Politiker gibt. Auch gibt es viele sehr gute Schauspieler. Nur denke ich, dass Schauspieler sich weniger gut verstecken können. Sie können sich nicht plötzlich als Schauspieler mit langen Reden rauswinden. Hier hat ein Schauspieler viel weniger Möglichkeiten. Er muss vor Ort performen und überzeugen. Die Zuschauer bemerken Schwächen und Durchhänger sofort.

Dueblin: Sind Schauspieler und Kabarettisten politische Menschen?

Caduff: Es gibt sehr viele Schauspieler, die sich Gedanken über uns Menschen und die Politik machen. Gerade Kabarettisten, die sich mit Politik auseinandersetzen sind oft wahre Politikexperten. Damit man sich über eine politische Situation lustig machen kann, muss man schon etwas von der Sache verstehen. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen wollen aber einfach nur einen guten Job machen. Die würden sich nicht als speziell politikinteressiert bezeichnen. Schauspielerei ist ein Handwerk wie viele andere auch.

Dueblin: Sie haben als Bundesratsgegenkandidatin mit Arnold Schwarzenegger Kontakt aufgenommen. Was war Ihre Motivation hierfür? Sind sie Fan seiner Filme?

Caduff: Der Mann hat etwas. Er kommt aus der tiefsten österreichischen Provinz, wird ein Body Builder, macht ein Milliardenvermögen als Schauspieler und geht dann noch in die Politik, wo er zurzeit doch recht erfolgreich unterwegs ist. Dazwischen heiratet er noch eine Dame des Kennedy-Clans. Ich denke mir, da können wir alle etwas lernen. Der Mann ist ein Macher, wie es im Buch steht. Können Sie sich vorstellen, dass Angela Merkel mal in einer früheren Karriere eine Action-Heldin gewesen sein könnte? Das läuft hier in Europa ganz anders. OK, es gibt Ausnahmen. Berlusconi war ein Night Club-Sänger. Menschen wie Schwarzenegger hätten in der Schweiz jedoch keine Chance als Politiker gewählt zu werden. Das hat zweifelsohne auch seine Vorteile aber vielleicht auch Nachteile. Quereinsteiger können sich doch sehr gut und erfrischend auswirken.

Dueblin: Sie selber leben und arbeiten immer wieder in den USA. Was haben Sie dort für Erfahrungen gemacht? Was ist dort anders als bei uns?

Caduff: Die USA ist das Land mit den unbegrenzten Möglichkeiten. Wenn Sie in den USA irgendwo versagen, dann ziehen Sie drei Strassen weiter und Sie werden möglicherweise niemanden mehr treffen, der sich an Sie erinnern kann. Und wenn er es trotzdem tut, dann hat dieser gescheiteres zu tun als sich um dieses Versagen zu kümmern. Er wird sie womöglich sogar bewundern. Das ist in der Schweiz ganz anders. Versagen Sie in Chur, dann hängt diese Last an Ihnen bis nach Genf und wird auch nie vergessen. Die Menschen in den USA haben eine andere Einstellung zum Leben, mit allen Vor- und Nachteilen. Ein Vorteil ist, dass jeder Amerikaner das Gefühl hat, er könne alles tun was er will. Das ist so was wie ein Urvertrauen, das man mit der amerikanischen Muttermilch zusammen verabreicht bekommt. Ich habe viele Leute kennen gelernt, die es extrem weit gebracht haben. Natürlich gibt es auch die anderen. Als Schauspielerin denke ich dann an 'Tod eines Handelsreisenden'. Kennen Sie den Film mit Dustin Hoffmann?

Dueblin: Ja, ein toller Film. Das sind dann eher die Abgründe des American Way of Life?

Caduff: Die gibt es natürlich auch. Aber es gibt eben auch das Andere und das begeistert mich. Man hat mehr Möglichkeiten und tut man etwas Neues und Verrücktes, dann finden die Leute, man solle unbedingt weitermachen. Ein wichtiger Satz der sehr ermuntert alles Mögliche und Unmögliche zu tun heisst: Go for it, do it!

Hier muss man damit rechnen, dass einer sagt: Aber das geht doch gar nicht! Oder: Das kann man doch nicht machen! Die Amerikaner sind viel offener für Neues, vor allem in den grossen Städten wird alles positiv bewertet mit der Erklärung: Irgendwo findest du deinen Platz! Das gibt Energie und vor allem eine grossartige Lebensfreude. Schlussendlich kommt doch alles nach Europa, wird hier aber erst geschätzt, wenn es schon established ist.

Dueblin: Kam es denn zu diesem Treffen mit Arnold Schwarzenegger? Hat er sich gemeldet?

Caduff: Nein, leider nicht. Aber irgendwann treffe ich ihn bestimmt und dann werde ich ihm sagen: Hey you, do you feel like Fondue? Und am Schluss heisst es dann: Hasta la vista baby. (Lacht schallend)

Dueblin: Ich bedanke mich für dieses Interview Frau Caduff und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg auf Ihrem spannenden Lebensweg!

(C) 2007 by Christian Düblin. Alle Rechte vorbehalten. Anderweitige Publikationen sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors gestattet.

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