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Helen Dahm

Helen Dahm (* 1878 Egelshofen, † 1968 Männedorf) stammte aus einer gutbürgerlichen Familie und wuchs in Kreuzlingen auf. Nach dem Konkurs des väterlichen Textilunternehmens zog die Familie 1897 nach Zürich, wo ihre Mutter eine Pension für Studenten betrieb. Ihre ersten Zeichenstunden erhielt Helen Dahm bei Hermann Gattiker und Ernst Würtenberger, die ihr eindringlich zur Fortsetzung des Studium rieten. Durch ein Stipendium konnte sie zwischen 1906 bis 1913 an der Akademie der Bildenden Künste in München, unter Julius Exter studieren. Innerhalb kürzester Zeit machte Dahm Bekanntschaft mit den bekanntesten Künstlern der Stadt, unter anderem Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke, Gabriele Münter, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky. Der Kontakt mit der Künstlergruppe Der Blaue Reiter prägte sie stark.
Im Jahre 1913 übersiedelte Helen Dahm zusammen mit der Berliner Kunsthistorikerin und Malerin Else Strantz zurück nach Zürich, wo sie ihren Lebensunterhalt mit Produktdesign verdiente. Zudem beschäftigte sie sich intensiv mit der Malerei, doch ohne grosse Anerkennung. 1919 zogen die beiden Frauen nach Oetwil am See. Nach der Trennung von der langjährigen Lebensgefährtin Else Strantz im Jahre 1932 geriet Helen Dahm in eine schwere existentielle Krise. 1938 löste sie ihren Haushalt auf und zog mit einer Frauengruppe in den Ashram von Meher Baba nach Indien. Sie beabsichtigte, auf der Suche nach einem neuen spirituell erfüllten Leben für immer dort zu bleiben. Hauptwerk aus dieser Zeit sind die Wandmalereien für Meher Babas Grabmal. Nach ihrer schweren Erkrankung an Ruhr kehrte Helen Dahm bereits ein Jahr später in die Schweiz zurück, wo sie sich wieder in Oetwil am See niederliess.
Neben abstrakten und mystisch-religiösen Werken setzte sich Dahm immer wieder mit der Natur- und Landschaftsdarstellung auseinander. 1953 wurde ihr Werk durch eine umfangreiche Retrospektive im Helmhaus Zürich gewürdigt und dadurch gelang der ersehnte Durchbruch; im Jahr 1954 nahm Helen Dahm als erste Frau den Zürcher Kunstpreis entgegen. Helen Dahm verstarb im Frühjahr 1968 in Männedorf. [Quelle: Wikipedia]

Zu diesem Werk: Helen Dahm war der Frage nach der eigenen Identität immer wieder nachgegangen - insbesondere auch in der Form von Selbstbildnissen. Inspiriert vom "Yerma"-Zyklus von Garcia Lorca, 1966, gestaltete sie das Thema "Jesus und die Sünderin", wobei sie sich selbst als Sünderin darstellte.
In diesem herausragenden Bild ihres Spätwerkes, das nach der Periode des abstrakten Schaffens entstand, kommen auf ergreifende Weise Geborgenheit und Friede zum Ausdruck - wie sie Helen Dahm zeitlebens ersehnte.

Viele Werke von Helen Dahm sind heute bereits in Museumsbesitz (Kunsthaus Zürich, Kunsthaus Glarus, Kunstmuseum des Kantons Thurgau und andere).


Helen Dahm: Jesus und die Sünderin, 1966, Pastell auf Papier, 100 x 70 cm, Privatbesitz (c) Joe Amberg

 "Jesus und die Sünderin", 1966, Pastell auf Papier, 100 x 70 cm, Privatbesitz

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